Die Meerjungfrau vom Dique del Oeste

Das überwältigende Bild einer versunkenen, geheimnisvollen Frau in weißem Kleid ist Anfang August in 25 Metern Tiefe im Heck des Nord-Wracks nahe am Dique del Oeste vor Palmas Hafen entstanden.
Paquita Giménez

In dem geister- und traumhaften Ambiente und in perfekter Harmonie mit all den Wesen, die gemeinsam in dem Gerippe des 1989 versenkten Frachters Playa Dorada leben, wurden alle Bewegungen jener geheimnisumwitterten Dame von der Kamera des Berufstauchers Jaime Serra festgehalten.



Als großer Fan von Unterwasseraufnahmen verrät der erfahrene Taucher den Namen der Meerjungfrau im Wrack am Westdamm: Ana Suarez. Das Modell diente ihm als Muse für dieses gewagte Fotoshooting, bei dem Serra das faszinierende Schiffswrack als Kulisse nutzte.



Das anspruchsvolle Fotoshooting war seine persönliche Herausforderung, eine Idee, die Serra vor etwas über einem Jahr hatte: „Das war nach einem Projekt für ein Hotel mit Models, die komplett bekleidet knapp unter der Wasseroberfläche posierten. Der Erfolg dieser Fotos brachte mich dazu, die Messlatte noch etwas höher zu legen", erzählt der Unterwasserfotograf.



Der Taucher des Real Club Náutico de Palma, Jaime Serra, wurde bei verschiedenen Fotowettbewerben bereits mit mehreren national bedeutenden Auszeichnungen geehrt. Doch dieses Projekt hatte eine neue Dimension und reichte weit über das hinaus, was er bescheiden als „Hobby“ bezeichnet.



Wie ein Künstler, der eine Leinwand, auf der er arbeiten möchte, vorbereiten muss, war der erste Schritt dieses Projektes das Szenario auszuwählen, wo dieses besondere Fotoshooting stattfinden sollte. „Dabei war mir eigentlich von Anfang an klar, wo ich die Fotos aufnehmen wollte, damit die Bilder diese unwirk-liche und geheimnisvolle Atmosphäre erzeugen,“ gesteht er.



Danach war es an der Zeit, die technischen und personellen Ressourcen auszuwählen, die ihn bei dieser Erfahrung begleiten sollten. Für dieses besondere Shooting nutzte Jaime Serra seine Nikon 7100 und verschiedene Blitze. Neben der Zusammenarbeit mit dem Modell Ana Suarez konnte er noch auf die Unterstützung von zwei seiner Taucherkollegen bauen, Marcos Dario und Bruno Petraroia, ebenso wie auf sein Model Nuria de Diego, die normalerweise seine Arbeiten begleitet und dieses Mal für die Aus-stattung und die Dekoration verantwortlich war.



Das wichtigste für den Berufstaucher war, während des gesamten Shootings die Sicherheit seines Models Ana zu garantieren. „Die Taucher versorgten sie alle 20 bis 30 Sekunden mit Luft und entfernten die Atemmaske nur Sekunden vor dem Auslösen der Kamera. Das dauerte natürlich nie länger, als ihre Fähigkeit reichte, die Luft anzuhalten“, berichtet Serra. „Darüber hinaus hatte Ana stets eine kleine, getarnte Sauerstoffflasche für den Notfall bei sich“, fügt er hinzu.



So ist das Shooting auch ohne Probleme verlaufen. Und zwar tatsächlich, wie Jaime Serra bestätigt, „einfacher und schneller als erwartet.“ Die Wassertemperatur stellte auch kein Problem dar. „Wir befürchteten zunächst, dass dem Model ohne Taucheranzug in dieser Tiefe kalt werden würde. Das war aber nicht der Fall, und sie fühlte sich die ganze Zeit über wohl.“



Das Shooting dauerte insgesamt 45 Minuten, dabei entstanden ca. einhundert Fotos. „Keinesfalls wollten wir die Session verlängern, um nicht eine Dekompression zu riskieren", sagte Serra. So war ihm von Anfang an völlig klar, was er wie und wo wollte: „Wir nutzten nur das Heck des Frachters und zogen die anderen Wracks, die in der Gegend versenkt wurden, gar nicht erst in Betracht.“


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