Neuer Unmut in El Molinar

Die Hafenbehörde will ohne Umweltgutachten einen unterseeischen Staudamm von 57 Metern bauen lassen
J.L MIRÓ

Das Projekt der Hafenbehörde der Balearen (APB) für den Hafen, der vom Club Marítimo Molinar de Levante (CMML) verwaltet wird, ist „nicht realisierbar.“ So lautet zumindest das Urteil in seinem sechsseitigen Dokument, die der Verein jetzt der Hafenbehörde vorgelegt hat, und in dem die „Ungereimtheiten“ des Umbauplans aufzeigt werden, die nach Meinung des Segelclubs „weder technisch noch wirtschaftlich“ umzusetzen seien.



Der Vereinspräsident, Rafael Vallespir, bestätigt, dass sein Club gewillt ist, die Konzession für die Einrichtungen, die dieser seit über 100 Jahren innehat, beibehalten zu wollen, was allerdings mit der Planung der APB nicht möglich zu sein scheint.



Der Club Marítimo bemängelt, dass er nicht erkennt, wie er mit der „Reduzierung der Promenade und der Hafenfläche und des damit verbundenen Einnahmerückgangs“ überleben soll, einer Frage, die bereits der Verband der Nautikvereine der Balearen (ACNB) gestellt hat und die bis jetzt von der APB ignoriert wurde. Die Zukunft des Nautikclubs hängt seit Beginn der derzeitigen Legislaturperiode in der Luft, seit die APB beschlossen hat, das Investitionsprojekt, das von dieser 100-jährigen Einrichtung eingereicht wurde (und Proteste der Anwohner hervorrief), um ihre 2017 abgelaufene Konzession zu erneuern, nicht zu realsieren.



Die Hafenbehörde der Balearen entschied sich dafür, den Hafen nicht zu vergrößern, sondern die Größe des Hafens beizubehalten und die notwendigen Renovierungsarbeiten zu übernehmen. Dabei hat die APB inoffiziell ihren Vorschlag zum Ausdruck gebracht, dass der Club Marítimo del Molinar (der älteste auf den Balearen) die Betreibung des Hafens beibehalten soll. Das ist jedoch rechtlich nicht so einfach möglich, ohne dass zuvor eine öffentliche Ausschreibung oder zumindest ein förmlicher Projektwettbewerb unter den Nautikclubs erfolgt ist.



NICHT GENÜGEND EINAHMEN



Rafael Vallespir erklärt, dass sein Club „wohl kaum ein Projekt vorbereiten kann, ohne dass grundlegende Dinge geklärt wurden“. Noch hat die APB die Bauarbeiten auch nicht vergeben. Derweilen verwaltet der Club Marítimo del Molinar die herkömmlichen Anlagen mit einer befristeten Beschäftigungsgenehmigung und ohne ausreichende Einnahmen, um seinen Sportbetrieb aufrechterhalten zu können. Die Regattateams mussten ihre Wettbewerbe vor über einem Jahr einstellen, weil der Verein nicht in der Lage war, die Kosten für die Trainer und das Hilfspersonal und seine Boote zu tragen. Die Regattasportler wurden derweilen von anderen Vereinen in der Bucht von Palma aufgenommen.



UMWELTAUSWIRKUNGEN



Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die APB für ihr Projekt offensichtlich die ansonsten immer erforderliche Umweltverträglichkeitserklärung (DIA) für die eigenen Bauaufgaben aufgehoben hat. Dazu bezog auch der Club Marítimo Molinar de Levante in seinen Vorwürfen Stellung: „Es ist schwer zu verstehen, wie diese Anforderung für dieses Projekt nun entfallen soll, zumal sie von derselben Verwaltung dem Club als Bedingung auferlegt worden war“.



In diesem Umweltgutachten, das für den Club verpflichtend war, wurde auf das Vorhandensein archäologischer Überreste in der Umgebung hingewiesen, ebenso wie die Nähe zu einer ozeanischen Posidonia-Wiese. Ein Pressesprecher der Hafenbehörde hat nun mitgeteilt, vom ent-sprechenden Ministerium  grünes Licht erhalten zu haben, dass es ausreichend sei, die Empfehlungen einer Umweltbeobachtung des damals genehmigten Umweltgutachtens zu befolgen. Die APB plant den Bau eines frei stehenden (unterseeischen) Staudamms mit einer Länge von 57 Metern und einer Breite von 12 Metern, um die Gewässerbewegung innerhalb des Hafens zu reduzieren und auf diese Weise die naheliegende Seegraswiesen zu schützen.



Das Hauptproblem für den Nautikclub von Molinar ist, dass das APB-Projekt nicht die Wirt-schaftlichkeit des Hafens garantiert, weil nicht klar ist, wie der Yachtclub mit der „Verkleinerung der Esplanade und Fläche an Land" überleben soll. Die APB-Zuständigen versicherten jedoch ihrerseits, dass sie im Vorfeld eine Untersuchung durchgeführt haben, die die wirtschaftliche und finanzielle Realisierbarkeit des Projekts belegt hat.



Auch ließ die APB den Mitgliedern des Clubs mitteilen, dass ihre 80 Liegeplätze für kleinere Boote während der Bauarbeiten vorübergehend an provisorischen Pontons Platz finden werden, die im Hafen von Portitxol eingerichtet werden sollen.


echo "
"; echo "
"; echo "
"; mysql_free_result($result); mysql_close(); ?>