Eine Lösung für die Abwässer von Palma

Der Kläranlagenbetreiber Emaya lässt ein neues Auffangsystem einrichten
JULIO GONZÁLEZ

Es scheint eine Lösung in Sicht zu sein, die den Einleitungen von ungeklärten Abwässern in die Bucht von Palma und der als Folge dieser Verschmutzungen bedingten Strandsperrungen von Can Pastilla und Can Pere Antoni ein vorläufiges Ende setzen soll. Der städtische Kläranlagenbetreiber „Aigües i Clavegueram“ (Emaya) hat am 30. Januar bei einer außer-ordentlichen Verwaltungsratssitzung den Bau eines neuen Auffangsystems, einer Pumpstation und eines Rückhaltebeckens bekannt gegeben. Es handelt sich um eine Baumaßnahme an der Costa del Gas (in der Nähe des Gesa-Gebäudes), die das ungeklärte Gemisch von Schmutz- und Regenwasser, zu dem es bei Starkregen immer wieder kommt und das bis jetzt ungefiltert ins Meer abgeleitet wird, um bis zu 90 Prozent reduzieren soll.



Fast drei Jahre sind vergangen, seit die Gaceta Náutica mit ihren investigativen Recherchen die gigantischen Umweltauswirkungen durch die ungeklärten Abwässer in der Bucht von Palma aufdeckte. Wir machten sichtbar, was viele Menschen nicht wussten: dass ein Teil der Abwässer nur mangelhaft geklärt ist und diese grundsätzlich im Meer landen, sei es über die Trockenbäche oder über die auf den Inseln unter der Verwaltung der Balearenregierung und der einzelnen Gemeinden stehenden unterseeischen Abwasserrohre.



Der Druck der Medien und der Prostest öffentlichen Meinung zeigen nun Wirkung. Die Baumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 22,6 Mio. Euro wurden der Firma Acciona zugesprochen. Sie soll mit den Arbeiten Ende März beginnen und diese nach 18 Monaten, also bis zum Ende des Sommer 2020, abschließen.



Die Leiterin von Emaya, Neus Truyol, erklärte, wie das von Acciona vorgelegte Projekt die Speicherkapazität von Mischwasser aus Stadtabwässern und Regenwasser durch ein Rückhaltebecken verdoppeln wird, der neben der Kläranlage von Coll d'en Rabassa entsteht. Auf diese Weise sollen 50.000 Kubikmeter Abwässer anstelle der ursprünglich geplanten 25.000 gespeichert werden können.



Der neue Auffangsystem für Mischwasser beginnt an den Avenidas, der Ringstraße um Palmas Innenstadt, auf der Höhe der Straße General Ricardo Ortega. Die Leitung mit einem Durchmesser von zwei Metern wird unterirdisch mit der Kläranlage in Coll d'en Rabassa verbunden werden. So fließt das Abwasser per Schwerkraft in einer Tiefe zwischen 5 und 12 Metern und wird mit einem bereits vorhandenen Tunnelsystem verbunden, wodurch weder die betroffenen Straßen aufgerissen noch die Anwohner in Mitleidenschaft gezogen werden müssen. Auf diese Art und Weise soll das Regenwasser gesammelt und verhindert werden, dass es mit dem ganzen Dreck, den es mit sich schleift, ins Meer gelangt. Dafür wird das neue System mit vier Pumpen, Trennelementen für Feststoffe, Schächten und Stromaggregaten ausgestattet werden.



Sind diese neuen Infrastrukturen einmal in Betrieb, kann laut Truyol verhindert werden, dass an die 900 Tonnen Abfall jährlich ins Meer gelangen. Die Investition von 22,6 Mio. soll über die Abwassergebühr finanziert werden. Die Leiterin von EMAYA erinnert immer wieder daran, dass die derzeitige Kläranlage in Coll d‘en Rabassa „veraltet und zu klein geworden ist“. Aus Madrid, genauer gesagt vom Umweltministerium, ist bereits eine Investition in Höhe von 100 Mio. Euro für den Bau einer neuen Klärungsanlage zugesagt worden, die die bisherige veraltete Anlage ersetzen soll. Wann hier Baubeginn ist, ist allerdings noch nicht bekannt.


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