Von Palma bis nach Norwegen

Die Charisma Nova ist eine elegante, dunkelgrüne Segelyacht aus der holländischen Werft Jongert; ihr Heimathafen ist der Club de Mar Mallorca.
Bettina Neumann

Ein stolzes Schiff von 24 Metern Länge, 6,5 Metern Breite, der Mast ist 34 Meter hoch, und es ist bis zu 12 Knoten schnell. Doch ihr Kärtner’ Eigner stand kurz vor dem Verkauf: Nach acht Jahren Mittelmeer wollte er einfach mal was anderes erleben. Er hatte Lust auf Abenteuer.



„Wir schlugen ihm die Route Norwegen- Spitzbergen Schottland-vor“, erzählt die Bootsfrau und österreichische Wahlmallorquinerin Regina Knapp, die mit ihrem Mann, dem Skipper Markus Desaunois, Schiffe überführt.



Der Bootsbesitzer war begeistert, und los gingen die aufwendigen Vorbereitungen. Über ein halbes Jahr wurde der fünfmonatige Törn vorbereitet. Das Schiff musste entsprechend umgerüstet und aufgemotzt werden, speziell die Segel und die Elektronik, ein zweiter Generator und Extra-Kühler wurden angeschafft, die Wasserumwandlungsanlage und eigene kleine Kläranlage für das Schmutzwasser vorbereitet, 4.000 Liter Diesel aufgetankt, u.v.m.. An was nicht alles zu denken ist, bis alle Raffinessen der modernen Navigation und der Komfort für einen bequemen Aufenthalt an Bord perfekt sind!



Immer wieder heißt es Einkaufen und Proviant verstauen. „Zum Glück hat das 6,5 Meter breite Schiff mit einem Tiefgang von 3,2 Meter unglaublich viel Stauraum“, berichtet Regina. „Wir haben alleine 16 Kisten Wein an Bord, schließlich ist Alkohol in Norwegen teuer“, erzählt sie lachend und stöhnt ein bisschen über die Schlepperei, während sie Skigarderobe für die kalten Gefilde geschickt verstaut.



Zum Abschied gibt es eine Paella für die Freunde am Quai 7. Ein paar Tage später, am 2. Mai, soll es endlich losgehen.



Die Charisma Nova ist nun für die nächsten Monate ein perfekt ausgerüstetes, schwimmendes „Haus“. Zuerst nimmt Markus Kurs Richtung Gibraltar. Danach wird über Lissabon bis nach Bergen in Südnorwegen, gesegelt, vorbei an Alesund und Troemso, in den hohen Norden nach Spitzbergen und danach nach Schottland, mit Stopp auf der schottischen Insel Sky und dem Caledonischen Kanal. „Im August wollen wir in Spitzbergen sein, von dort geht’s zurück nach Schottland und Ende September wieder nach Mallorca“, erzählt die Bootsfrau. Kein Problem für Ehemann und Kapitän Markus, ein erfahrener Holländer, der bereits zwölfmal den Atlantik überquert hat und auch die Biskaya im Mai nicht fürchtet. Außerdem sind bei den Überfahrten stets zwei junge Kapitänsanwärter mit dabei. Während der Eigner immer mal wieder zu- und aussteigt, hat Regina in den fünf Monaten über zwei Monate insgesamt sechsmal Gäste zu versorgen.



Das bedeutet: Kochen, Putzen, Waschen, Gäste unterhalten, etc. Ein Knochenjob, den Regina aber locker nimmt, schließlich kommt sie aus der Gastronomie und hat jahrelang auf Schiffen verschiedene Kontinente bereist. Auch sieht sie die Reise als Inspiration – Kamera und Zeichenblog sind schon verstaut - und weiß, dass sie sich anschließend im ruhigen mallorquinischen Winter wieder ihrer Leidenschaft der Malerei und Bildhauerei widmen wird.


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