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«Tote Zonen» in den Gewässern an der Playa de Palma bestätigt

Die Balearen-Universität (UIB) bestätigt eine Zone ohne Leben in der Nähe des Abwasserrohres.
Juan Poyatos

Die Universität der Balearen (UIB) hat sich einen ersten Überblick zur Lage am Abwasserrohr bei Ciutat Jardín verschafft, um das Ausmaß der durch die von Gaceta Náutica dort entdeckten Cyanobakterien zu definieren. Die Meinung der Wissenschaftler ist einhellig: Es konnte eine hohe Kontamination durch die Einleitungen von organischen Stoffen in diesem Teil der Bucht von Palma nachgewiesen werden. Hier landet nicht nur ein großer Anteil der städtischen Abwässer, sondern auch die Reste der Entsalzungsanlagen über den Torrent Gros.



Die Cyanobakterien gehören zur Spezies der Spirulina. Ende August wurden sie erstmals von einem Team von Tauchern der Gaceta Nautica am Meeresboden gesichtet. Daraufhin wurden Proben eingesammelt und von der Abteilung für Mikrobiologie an der UIB untersucht. Die Analyse bestätigte, dass dieser mikrobielle Befall, der sich wie „eine Art Teppich“ ausbreitet, dabei ist, die Bedingungen des Ökosystems unter Wasser zu verändern. Die Balearen-Universität untersucht diesen Fall mit ihrer Forschungsgruppe „Sistemas, Robótica y Visión“ unter Leitung von Dr. Gabriel Oliver, der bereits eine erste Bestandsaufnahme der Topographie der betroffenen Fläche gemacht hat. Das Ziel sei es, erklärt er, „den Bereich genau zu bestimmen, der zur Zeit von den roten Flecken der Cyanobakterien befallen ist.“



Diese Bestandsaufnahme wurde am 4. Oktober auf einer 1 km² großen Fläche durchgeführt. Dabei wurde eine „tote Zone“ fest-gestellt, die keinerlei Leben mit Ausnahme der Cyanobakterien aufweist und ca. 50 x 200 Meter groß ist. Die Untersuchung fand allerdings nur auf etwa 10 % der Gesamtfläche statt, die betroffen sein könnte. Die Wissenschaftler sprechen hier von einem „Schwebe-Effekt“: gemeint ist die Verteilung der Einleitungen aus dem Abflussrohr in Abhängigkeit von den Meeresströmungen.



Das städtische Wasserversorgungs- und Kanalisationsunternehmen (Emaya), das für die Abwasserentsorgung in Palma ver-antwortlich sind, informierte darüber, dass nach mehreren Monaten Pause aufgrund der Hochsaison, das Abwasserrohr von Ciutat Jardín wieder mit voller Kapazität arbeitet. Das bedeutet, dass die Sachlage, die zur Entstehung der Cyanobakterien geführt hat, nicht verändert wurde und im Moment keine andere Lösung für die Abwasserentsorgung in Sicht ist. Eine ähnliche Situation zeigt sich in größerem oder geringeren Umfang an allen anderen Abwasserrohren, die sich entlang der balearischen Küsten verteilen.


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